Hybridmasten im Schwarzwald

Ökologisch und ökonomisch bewährt

Anfang Januar 2018 fegt das Sturmtief Burglind über weite Teile Europas hinweg. Im südlichen Schwarzwald fällt durch umgestürzte Freileitungen ortsweise der Strom aus. Die zerstörten Holzmasten werden durch Hybridmasten von FUCHS Europoles ersetzt.

Masten für Baden-Württemberg und die Schweiz

Die Deutsch-Schweizerische Holding Energiedienst AG versorgt weite Teile Baden-Württembergs und der Schweiz mit Strom. Der deutsche Netzbetreiber ED Netze als Teil des Konzerns ist seit mehr als zehn Jahren Kunde von FUCHS Europoles und bestellt jährlich einige Hundert Hybridmasten. Anfang 2018 mussten aufgrund des Sturmtiefs im Schwarzwald außerdem außerplanmäßig zahlreiche umgestürzte oder abgebrochene Holzmasten ersetzt werden.

Stromausfall durch Sturmtief Burglind

Dirk Umland, Teamleiter Leitungen bei ED Netze schickt Fotos von einem Standort, „an denen der Sturm Burglind auf einer Strecke von einem Kilometer zehn Holzmasten platt gemacht hat. Nur der Holzersatzmast, der vor zwei Jahren gewechselt wurde, ist stehen geblieben.“ Bei den Holzmasten trat der bekannte Dominoeffekt ein: ein umgekippter Mast nahm den nächsten mit; erst der wesentlich stabilere Hybridmast von FUCHS Europoles setzte dem ein Ende. Insgesamt hatte Burglind im Südschwarzwald mehr als 60 Mittelspannungsstörungen verursacht; innerhalb von zwei Wochen wurden in der Gegend südöstlich des Feldbergs 15 Holzersatzmasten für abgebrochene Holzmasten eingebaut. Die betroffenen Ortschaften waren zwar ein paar Stunden später wieder am Netz; trotzdem: „Wären nur Holzersatzmasten eingebaut gewesen, hätten wir keinen Ausfall gehabt“, ist sich Experte Umland sicher.

Großer Auftrag

„Pro Jahr liefern wir zwischen 600 und 800 Masten an den Energiedienst“, überschlägt Herbert Gabriel, Vertriebsmitarbeiter im Innen- und Außendienst der Sparte Energie von FUCHS Europoles. Sukzessive werden so die alten Holzmasten ausgetauscht, die nach rund 40 Jahren entweder morsch sind oder extremen Sturmereignissen nicht mehr standhalten.

Hybrid – praktisch und stabil

Als langjähriger Kunde erfährt der Energiedienst als einer der ersten von den neuen Holzersatzmasten, die die Neumarkter Firma 2008 in zwei Varianten auf den Markt bringt: zum einen als Stahlvollwandmast und zum anderen als Hybridmast. Dessen Unterteil besteht aus feuerverzinktem Stahl und das jeweils drei Meter lange Oberteil aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK).
In einem Pilotprojekt werden gleich einige Hybridmasten getestet – und überzeugen. Unter anderem das Bohren der drei Meter langen GFK-Oberteile direkt vor Ort, ganz individuell auf die verwendeten Traversen zugeschnitten, beeindruckt das Schwarzwälder Unternehmen; aber auch das geringe Gewicht des GFK-Mastteile. „Die können Sie zur Not mit ein paar Mann auch mal per Hand tragen“, erklärt Gabriel. Ab diesem Zeitpunkt werden vom badischen Energieversorger ausschließlich die Hybridmasten als Holzersatzmasten für die Mittelspannungstrassen verwendet.

Hybrid oder Stahl – je nach Traverse

Energieversorger wie der Energiedienst, die neben Einebenentraversen auch Bogenstützer oder Dreieckstraversen verwenden, fahren sehr gut mit den Hybridmasten, da das GFK-Oberteil direkt vor Ort entsprechend der Traverse gebohrt werden kann, bevor diese dann auf das Stahlunterteil aufgeflanscht und die Traverse aufmontiert wird. Vogelschutzabdeckungen sind bei der nicht leitenden Kunststoffvariante nicht nötig.
Andere Energieversorger stellen auf die Einebenentraverse um und verwenden anschließend die etwas günstigeren Stahlvollwandmasten von FUCHS Europoles. In diesen Fällen werden die Stahlmasten werkseitig vorgebohrt, sodass vor Ort nur noch die Traverse aufmontiert werden muss. Vorteil: Der Kunde kann von FUCHS Europoles Masten plus Traversen als Gesamtpaket bestellen.

Stabil, leicht, haltbar – guter Holzersatz

Ansonsten sind beide Masttypen – Stahl beziehungsweise Hybrid – sowohl von ihrer Haltbarkeit als auch von ihrer Stabilität identisch und können auch die gleichen Nutzlasten tragen. „Insgesamt hält sich die Nachfrage nach Hybrid- und Stahlvollwandmasten in etwa die Waage“, sagt Gabriel.

Die Holzersatzmasten überzeugen auch durch ihre Schlankheit und ihr geringes Gewicht. Insgesamt wiegt ein Hybridmast in der Höhe von zehn Metern rund 160 Kilogramm, zwölf Meter bringen rund 220 Kilo auf die Waage. Bei Stahl liegen die entsprechenden Gewichte etwas höher, bei 220 Kilogramm (10 m) beziehungsweise 250 Kilogramm (12 m).

In jedem Fall sparen sich die Energieversorger das Abgehen der Strecken, das bei den alten Holzmasten alle zwei bis fünf Jahre nötig ist. „Für die Hybridmasten muss das nur noch alle 20 bis 25 Jahre gemacht werden, und zwar dann, wenn im normalen Turnus die Traversen samt Leitungen und Isolatoren geprüft werden“, erläutert Gabriel.

Neue Standorte festlegen

Meist werden die Hybridmasten aus Bestandsschutzgründen in die Bohrungen der alten Holzmasten gestellt. Stellt sich jedoch bei einer Standsicherheitsprüfung heraus, dass auf einer Strecke ein Großteil der Holzmasten defekt ist und ausgetauscht werden muss, ist es manchmal sinnvoll, die Trasse komplett neu zu planen. Denn: Da die Holzersatzmasten eine wesentlich höhere Nutzlast tragen können als die herkömmlichen Holzmasten, braucht man auf der gleichen Strecke weniger Masten. Für manchen Landwirt ist das vorteilhaft, weil er die neuen Maststandorte zumindest teilweise von der Feldmitte an den Feldrand verlegen kann; Zerstörungen oder Bodenverdichtungen der Nutzflächen durch schweres Gerät gehören damit der Vergangenheit an. Dafür lohnt es sich sogar, die Grunddienstbarkeit ändern zu lassen.

Schlanke Leichtgewichte für Skandinavien

Inzwischen ist FUCHS Europoles auch im Ausland mit Hybridmasten erfolgreich. Vor allem die skandinavischen Länder sind interessiert: auch hier zahlen sich sowohl die ökologischen – es müssen keine umweltschädlichen Holzschutzmittel verwendet werden – als auch die ökonomischen Vorteile – z.B. Stabilität und Langlebigkeit auch bei widrigen Wetterverhältnissen, einfache Gründung auch auf Fels – der Holzersatzmaterialien Stahl und GFK aus.

Technische Details


Kunde

ED Netze GmbH


Projektlaufzeit

Januar 2018


Lieferumfang

15 Holzersatzmasten (Hybrid)


Details

  • Material: Unterteil Stahlvollwand; feuerverzinkt, Oberteil: GFK
  • Höhe: 12 bis 15 Meter
  • Durchmesser Fuß: 302 - 267 mm; Zopf: 168 mm
  • Mast: achtkant konisch; zementgrau beschichtet (RAL 7033)
  • Gründung: betonfrei; 1/6 der Mastlänge

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